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Laie P’ang

Laie P’ang war ein wohlhabender Geschäftsmann, der im 9. Jahrhundert u.Z. in China lebte. Er erlangte die vollkommene Erkenntnis seines Wesens ohne formelle Schulung. Eines Tages stellte er mit dem Einverständnis seiner Ehefrau sein Haus als Tempel zur Verfügung und versenkte seinen übrigen Besitz in einem See. Von da an wanderten er und seine Tochter durchs Land und besuchten zahlrieche Ch’an-Meister. Es gibt eine ganze Smmlung von Zen-Geschichten über dieses Vater und Tochter Paar.


leer

Wird oft benutzt im Sinne der «Qualität» oder der «Natur von Leer-sein». Zum Beispiel: Die Qualität der Form ist Leer-sein. Das bedeutet: Form ist bedingt; ohne Substanz, ohne Beständigkeit. Das heisst nicht, dass Form nicht existiert. Es heisst, dass wir Form nicht richtig sehen bzw. verstehen, weil wir unwissend sind. (Form ist… Leere …ist Form)

Leere

Definiert als die letztendliche Wirklichkeit. Sie ist das allem zu Grunde liegende Prinzip. Sie ist dieses Universum und alle anderen entdeckten und nicht-entdeckten Universen und darüber hinaus. Sie ist alles. Ausserhalb der Leere gibt es nichts. Sie ist unfassbar und undenkbar und die Forscher am CERN werden sie nicht erfassen. Es sei denn, sie entdecken den Zustand von Prajñāpāramitā. Leere ist «voller Zeug», das für etwas Wirkliches gehalten wird, wie z.B. Form oder Bewusstsein oder der «Big Bang» oder Higgs-Boson. Aber sie ist nichts von dem. Sie ist einfach — Punkt!

Lehre des bedingten Entstehens

«Wenn dieses ist, wird jenes; wenn dieses entsteht, entsteht jenes; wenn dieses nicht ist, wird jenes nicht; wenn dieses vergeht, vergeht jenes.»

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Lehre der Vierfachen Wahrheit

Die Vier Edlen Wahrheiten
(aus der buch Der Edle Achtfache Pfad)

Wie der Buddha sagte, ist die «Conditio humana» der Zustand von Dukkha.

Dukkha: Das Leben bringt Schmerz; Glück endet in Sorgen; auf Geburt folgt Tod; alles ist vergänglich, nichts bleibt und wir selbst sind eine Fata Morgana. Es ist seit Millionen von Jahren so. Und so wird es bleiben, bis wir uns, jeder für sich, aus dem Sumpf von Samsāra heraus- gezogen haben.

Der Ursprung von Dukkha: Die einzige Ursache für unsere Probleme sind wir selbst, und nur wir selbst können die Ursache all unserer Probleme eliminieren. Jemand anderem die Schuld für unser Schicksal zuzuweisen, ist keine akzeptable Lösung. Die Bürde des eigenen Leidens einer «göttlichen» Instanz aufzuladen oder die «Heilmethode» eines anderen Menschen zu kopieren führt zu nichts. Jeder Mensch trägt die Verantwortung für seine Unwissenheit und deren Auflösung selbst.

Das Beenden von Dukkha: Die gute Nachricht ist, dass es einen Ausweg aus dem selbst geschaffenen Labyrinth gibt. Leider erfordert es eine Anstrengung von unserer Seite und wir Menschen sind nicht bekannt dafür, uns für etwas anzu- strengen, das uns nicht sofort zu Gewinn oder Vergnügen verhilft. Das ist der Grund, warum wir noch immer nur «angehende» Buddhas sind.

°°°

Der Weg zur Befreiung von Dukkha zeigt den Ausweg aus dem Labyrinth. Aber es ist kein Weg. Es gibt keinen Aus- gangspunkt und kein Ziel. Es handelt sich nicht um ein Regelwerk. Es ist keine Liste von «du sollst und du sollst nicht.» Es braucht eine scharfe Erkenntniskraft, das heisst einen vollkommen offenen Geist, um diesem nicht vorhan- denen Pfad zu «folgen», denn er bewegt sich in jedem Moment in alle Richtungen. Und, wie J. Krishnamurti es vortrefflich formulierte: «Wahrheit ist ein wegloses Land». Diese lebenslange Reise beinhaltet ein zunehmend intensives Verstehen, Erfahren und Durchleben der acht Facetten des Edlen Pfades der Befreiung. Es ist die Erfahrung des Verste- hens, die Unwissenheit und damit Dukkha auflöst.

Die Vier Edlen Wahrheiten bilden den Kern von Buddhas Lehre. Die in buchstäblich Tausenden von Sutras überlieferten Worte Buddhas behandeln alle den einen oder anderen Aspekt der Vier Edlen Wahrheiten.

Die Sutras, Buddhas gesprochene Worte in geschriebener Form, haben wir Ananda, Buddhas Cousin, Schüler und Gehilfen zu ver-danken. Ananda hatte ein ungeheures sprachliches Gedächtnis. Deshalb wurde er am Ersten Buddhistischen Kongress, der kurz nach Buddhas Parinirvana stattfand, gebeten, alle Belehrungen von Buddha möglichst wörtlich wiederzugeben. Fast alle Lehrreden der Sammlung namens Sutta Pitaka (Sutra-Korb)», von denen es über 10’000 gibt, werden dem Gedächtnis von Ananda zugeschrieben. Für Ananda jedoch war der Besitz dieses ausserordentlichen Gedächt- nisses ein Segen und ein Fluch zugleich. Es heisst, der Buddha habe Ananda des öfteren ermahnt, mehr Zeit in Meditation zu verbringen, weil die Erleuchtung, die er suchte, nicht intellektuell erlangt werden könne. Ananda entdeckte schlussendlich die Wahrheit von Buddhas Worten und erlangte den Zustand der vollkommenen Befreiung noch während seines Lebens. Fast alle Sutras, die auf Anandas Wie- dergabe zurückgehen, beginnen mit den Worten: «Evam me sutam», «So habe ich gehört.»

°°°

Die Vier Edlen Wahrheiten sind in zwei Kategorien unterteilt. Die ersten drei Wahrheiten können als die Doktrin, die Lehre, betrachtet werden. Die vierte Wahrheit ist die «Praxis», die da- zu verhilft, die ersten drei Wahrheiten der eigenen Erfahrung zugänglich zu machen. Diese Praxis, Der Edle Achtfache Pfad, ist das Thema dieses Buchs.

Eine «Lehre» ist nichts mehr als Worte im Wind bzw. Geist, solange sie nicht im Empfänger aktualisiert wird. Die Aktualisierung ist die Blüte der Einsicht und die simultane Beseitigung von Unwissenheit. Intellektualisieren ist nicht Aktualisieren.

Die Vierte Wahrheit, definiert als Der Edle Achtfache Pfad, ist der virtuelle Weg, der zur Auflösung der Unwissenheit führt. Das erste Element des Edlen Achtfachen Pfades heisst «Rechte Sicht», wobei «Rechte Sicht» das vollkommene Verstehen der Vierfachen Wahrheit beinhaltet. Hier schliesst sich der Kreis. Alles hängt zusammen, es gibt keine losen Enden, der gordi- sche Knoten ohne Anfang und ohne Ende. Und dieser wartet darauf, von dir gelöst zu werden … jetzt! … aber nicht so, wie Alexander es tat.

Der
Edle Achtfache Pfad
zur
Befreiung von Dukkha
führt zum
Beenden von Dukkha.
Dadurch verschwindet die
Ursache von Dukkha
und das führt zum
Ende von Dukkha.

Lied von der Meditation

Zazen-wasan. Ein häufig rezitierter Lobgesang des Zazens von Zen-Meister Hakuin.

Lotus-Haltung

Sitzhaltung mit gekreuzten Beinen, wobei beide Füsse (Voll-Lotus) oder ein Fuss (Halb-Lotus) auf dem gegenüberliegenden Oberschenkel liegen. Gebräuchliche Meditationshaltung in vielen Schulen. Es heisst, diese Haltung gleiche einem Lotus. Sie fördert richtiges Atmen und Körperstabilität.

Für viele Menschen ist es schwierig die Lotus-Haltung einzunehmen. Man soll aber nicht meinen, man könne nicht meditieren, ohne im Lotus zu sitzen. Das ist bloss eine Idee; fallen Sie nicht darauf herein!

Lotus-Sutra

Der volle Name des Lotos-Sutra lautet: „Sutra von der Lotosblume des wunderbaren Gesetzes“ (in Sanskrit „Saddharma-pundarika-Sutra„, in Japanisch „Myoho-renge-kyo“) Die Lotus-Pflanze ist ein Symbol für die endgültige Befreiung; sie wurzelt im Sumpf und öffnet ihre Blüten im Sonnenlicht. Die Quintessenz des Sutras besagt, dass jeder Mensch, die Möglichkeit in sich trägt, auch in einer schmutzigen Welt zur Erleuchtung zu kommen.

Luk, Charles, Lu K’uan Yü (1898-1978)

Charles Luk (Lu K’uan Yu) war ein buddhistischer Gelehrter. Er übersetzte viele wichtige buddhistische Texte aus dem Chinesischen ins Englische.

Würdigungverfasst von Richard Hunn: Mit dem Ableben von Charles Luk (Upasaka Ku K’uan Yu) kurz vor Weihnachten 1978 werden viele im Westen einen spirituellen „Brieffreund“ und Führer sowie Übersetzer vermissen, denn der verstorbene chinesische Buddhist korrespondierte mit vielen seiner Leser als „Back-up“-Dienst zu den praktischen Anweisungen, die in seinen feinen Wiedergaben buddhistischen Textmaterials zu finden sind.

Ein Blick auf die lange Liste der vom verstorbenen Upasaka übersetzten Texte, dessen Ehrgeiz es war, „so viele chinesische buddhistische Texte wie möglich zu übersetzen“, zum Nutzen der westlichen Leser, wird zeigen, dass der chinesische Autor ein reiches Erbe hinterlassen hat, an dem alle teilhaben können. Die Reihe „Ch’an und Zen-Lehre“ des chinesischen Upasaka stellt bis heute die einzige vollständige Darstellung des Ch’an (Zen) dar, wie sie in den fünf Schulen zu finden ist, deren prägender Einfluss auf die spätere Entwicklung des Ch’an überragend war. In dieser Serie haben wir auch unsere einzige Wiedergabe der ‚Fu Hai‘-Schrift in Bezug auf Hui Neng (jap.: Eno), die länger und vollständiger ist als die Tun Huang-Version.

Darüber hinaus wird der späte Upasaka für seine exzellente Übersetzung der wichtigsten buddhistischen Sutras (Surangama Sutra, Vimalakirti Sutra, Diamond & Heart Sutra) in Erinnerung bleiben, ganz zu schweigen von den seltenen Quellen der taoistischen Lehre, die in seinen Secrets of Chinese Meditation und dem taoistischen Yoga zu finden sind. Upasaka Lu K’uan Yu hat uns mit seiner Übersetzung der Autobiographie des Ch’an-Meisters Han Shan ebenfalls etwas Seltenes geliefert (vgl. Praktischer Buddhismus).

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Der 1898 in Kanton geborene Upasaka Lu wurde Zeuge der gewaltigen Kräfte des gesellschaftlichen Wandels, die den Buddhismus in China – vorläufig – fast zum Aussterben brachten. Glücklicherweise profitierte er von der Lehre von Hsu Yun, dem letzten großen Ch’an-Meister auf dem chinesischen Festland, der im Oktober 1959 im Alter von 119 Jahren verstarb. Hsu Yun fürchtete um das Schicksal des Buddhismus im Osten und drängte Upasaka Lu, Übersetzungen chinesischer buddhistischer Texte anzufertigen, damit die reiche Weisheit und Erfahrung von Jahrhunderten nicht für die Welt verloren gehen würde.

Upasaka Lu begnügte sich nicht damit, lediglich „Kulturgeschichte“ weiterzugeben, sondern lieferte uns mit seinen Textübersetzungen die praktischen, flexiblen Prinzipien der Meditationspraxis, wie sie von chinesischen Buddhisten praktiziert werden und die überall anwendbar sind. Upasaka Lu widmete die letzten zwanzig Jahre seines Lebens ausschließlich diesem Ziel. Seine weltweite Korrespondenz zeugt sicherlich von der Wirksamkeit seiner Arbeit in dieser Hinsicht. Der ‚alte Tiger‘ von Hongkong hat ein lautes Brüllen hinterlassen!

Lumbini

Der Geburtsort von Siddhārtha Gautama.


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