Sokei-ans Weisheit

TN-SW

Sokei-ans Weisheit
Zitate aus diversen Zen-Vorträgen von Meister Sokei-an

Hrsg.: Robert Wydler Haduch
ISBN 978-3-9524409-5-7

Kosten des gebundenen Buches: 10.00 CHF/€


Dies ist nicht:

  • ein „Zen-Buch“, obwohl die Worte von einem Zen-Meister stammen,
  • ein „buddhistisches Buch“, obwohl die Worte von einem buddhistischen Lehrer stammen, 
  • ein Buch zum gelegentlichen Schmökern, 
  • ein Buch, das man jemals fertig studiert hat,
  • ein Buch, das dein Leben verändern wird,
  • ein Buch, das eine Idee, Philosophie, Religion oder ein Glaubenssystem verkaufen will.

Dies ist:

  • ein Buch, das die destillierte Weisheit eines Mannes ent- hält, der sein Leben lang Fragen stellte über sich selbst und die Welt, in der er lebte, 
  • ein Buch mit vielen provozierenden Fragen und Aussagen,
  • ein Buch, das man langsam liest, mit Hingabe und Aufmerksamkeit,
  • ein Buch, das auf Grund der eigenen Erfahrung verstanden werden will, 
  • ein Buch für diejenigen, die den Mut haben, sich die Fragen zu stellen, die früher oder später jedermann für sich selbst stellen und beantworten muss,
  • ein Buch, das ein Wegweiser sein kann, wenn man dies zulässt. 

Inhalt

Einleitung 9

  1. Bewusstsein 11
  2. Buddha 18
  3. Denken, Gedanken, Meinungen 21
  4. Das Eine 28
  5. Ego 31
  6. Erleuchtung 33
  7. Geist 35
  8. Gott 48
  9. Leben und Tod 51
  10. Leere 56
  11. Liebe 60
  12. Meditation 62
  13. Nirvana 69
  14. Reinkarnation 73
  15. Religion 75
  16. Seele 78
  17. Samadhi 83
  18. Selbst 86
  19. Universum 88
  20. Urnatur und Ursprung 89
  21. Vorstellungen 92
  22. Wahrheit 93
  23. Weisheit 94
  24. Welt 96
  25. Wirklichkeit 97
  26. Worte 101
  27. Zen 103
  28. Sammelsurium 107
  29. Ressourcen

Einleitung

Dies ist nicht:

  • ein „Zen-Buch“, obwohl die Worte von einem Zen-Meister stammen,
  • ein „buddhistisches Buch“, obwohl die Worte von einem buddhistischen Lehrer stammen, 
  • ein Buch zum gelegentlichen Schmökern, 
  • ein Buch, das man jemals fertig studiert hat,
  • ein Buch, das dein Leben verändern wird,
  • ein Buch, das eine Idee, Philosophie, Religion oder ein Glaubenssystem verkaufen will.

Dies ist:

  • ein Buch, das die destillierte Weisheit eines Mannes ent- hält, der sein Leben lang Fragen stellte über sich selbst und die Welt, in der er lebte, 
  • ein Buch mit vielen provozierenden Fragen und Aussagen,
  • ein Buch, das man langsam liest, mit Hingabe und Aufmerksamkeit,
  • ein Buch, das auf Grund der eigenen Erfahrung verstanden werden will, 
  • ein Buch für diejenigen, die den Mut haben, sich die Fragen zu stellen, die früher oder später jedermann für sich selbst stellen und beantworten muss,
  • ein Buch, das ein Wegweiser sein kann, wenn man dies zulässt. 

Wer war Sokei-an?

Sokei-an Shigestu Sasaki (1882-1945) kam als junger Mann 1906 in die USA. Auf diversen Wanderschaften lernte er Land und Leute gut kennen, bevor er sich Amerika endgültig zur Heimat machte.

Sein Wirken als Zen-Meister begann 1930 in New York mit der Gründung des First Zen Institute of America. Damals war der praktische Zen-Buddhismus in der west-lichen Welt noch weitgehend unbekannt. Sokei-an war der erste Zen-Meister, der sich an der Ostküste niederliess. Obwohl er sich, weit von Japan entfernt, gewissermassen ausserhalb des traditionellen Zen-Etablissement bewegte, zeugten seine Worte und Taten von der Echtheit seiner Erfahrung und seiner Verbundenheit mit der universalen Weisheit des Zen-Buddhismus. Beides spiegelt sich auch in seinem Namen. Dieser nimmt Bezug auf den einflussrei-chen Zen-Meister Hui-neng (638-713), der, ebenfalls ganz auf sich selbst gestellt, im Tal namens Sokei lebte und lehrte. Wie Hui-neng verfügte Sokei-an über ein geniales Talent, das tiefe Gedankengut des ursprünglichen Buddhismus in der Sprache seiner Zeit neu zu beleben und im Alltag zu verwirklichen.

Erst in den Jahren nach Sokei-ans Tod wurde ein grosser Teil seiner Lehrreden und Anleitungen publiziert. Das lebendige Zen kann allerdings nicht in Worte eingefangen werden.

500+

Dieser Sammlung umfasst über 500 Zitate, gegliedert in 28 Themen von   Bewusstsein bis Zen (Meditation). Davon ist ein grosser Teil den Büchern Man sieht nur in der Stille klar und Das andere Ufer ist hier entnommen (Hrsg. A. Wydler Haduch). Beide Titel sind als Taschenbuch und als E-Buch im Handel erhältlich.

Bewusstsein

  • Unser Bewusstsein ist wie ein Spiegel mit zwei Seiten; eine zur Aussenwelt hin gerichtet, die andere zum bodenlosen Inneren.
  • Versucht nicht, das universale Bewusstsein innerhalb von euch selbst zu finden. Es ist überall, wir sitzen mit­ten darin.
  • Durch Introspektion können wir die Grundlagen unseres Denkens und Verhaltens verstehen. Diese Grundlage ist das universale Bewusstsein, welches keine Ego-Identität besitzt.
  • Wir sind von allem Anfang an mit dem universalen Bewusstsein verbunden, aber unsere Unwissenheit und Ichbezogenheit gaukeln uns eine Trennung vor.
  • Es ist nicht nötig, den Verstand zu bemühen, um zu beweisen, dass wir Bewusstsein haben; wir wissen es.
  • Wer sein Ego behalten und dessen Wünsche erfüllen will, lebt noch immer in seinem alten physischen Körper und nicht im universalen Bewusstsein.
  • Vom Standpunkt der letztendlichen Wahrheit betrachtet, gibt es kein von Gott geschaffenes Universum, keine jenseitige Schöpfergottheit und keine Schöpfung, weil das Bewusstsein, das in solchen Kategorien denkt, selbst illusorisch ist.
  • Vom buddhistischen Standpunkt aus ist das gegenwärtige Bewusstsein eines Menschen nichts anderes als eine der unzähligen Wellen im Ozean des Bewusstseins. Wenn der Mensch stirbt, legt sich diese Welle und geht in den wellenlosen Ozean zurück.
  • Es gibt von allem Anfang an nur ein Bewusstsein, und dieses eine Bewusstsein wurde uns allen gegeben, so wie der Körper von Wasser jedem einzelnen Lebewesen Tropfen um Tropfen gegeben wird.
  • Das Licht der innewohnenden Weisheit wird aus unserem überpersönlichen Bewusstsein heraus geboren, und mit diesem Licht wird die Dunkelheit unserer Unwissenheit vertrieben.
  • Wenn ich euch frage: „Was ist Bewusstsein?“, schliesst nicht die Augen. Öffnet sie und schaut mich an!
  • Wenn wir die Welt vom Standpunkt unseres mensch-lichen Bewusstseins betrachten, sehen wir sie falsch.
  • Im Buddhismus betrachtet man alle Erscheinungen des Universums als ein Teil des eigenen Bewusstseins. 
  • Der direkte Weg zur Wirklichkeit geht über das Bewusstsein selbst, nicht über das Untersuchen der äusse­ren Materie mit wissenschaftlichen Methoden. Mit diesen Methoden gelangt man zum Verständnis der Mate­rie, aber nicht der eigenen Wirklichkeit.
  • Glaubt nicht, es sei diese Welt, die euch Schwierigkeiten bereitet. Die Konflikte kommen aus unserem eigenen Bewusstsein, weil wir die Täuschungen für die Wirklichkeit halten.
  • Geburt und Tod sind Phänomene auf unserem Be­wusstseinsspiegel und Konzepte unseres Gehirns; sie haben keine Wirklichkeit.
  • Viele denken, die Welt sei eine Einbildung und wischen alles in ihrer Einbildung weg. Sie schliessen zuerst die Augen und dann die Ohren und unterdrücken ihr ganzes Bewusstsein. Denkt ihr, das sei die Wirklichkeit?
  • Wir werden als Menschen geboren und sehen die Welt: „Oh!“ Dabei wissen wir nicht, dass alle Dinge von unseren Sinnesorganen und unserem Bewusstsein gestaltet sind.
  • Buddha ist das Bewusstsein, das um sich selbst weiss. Es ist unser gegenwärtiges, waches Bewusstsein, durch das wir sehen, hören, empfinden, riechen und schmecken.
  • Unser persönliches Bewusstsein ist nicht identisch mit dem fundamentalen Bewusstsein, aber auch nicht getrennt davon.
  • Wir denken fälschlicherweise, unser Bewusstsein sei ewig. Wenn dann das Lebensende kommt, haben wir Angst: „Was wird nun aus mir?“ Wir können nicht Adieu sagen, da wir das ganze Leben lang der Täuschung unterlagen, es sei unser persönliches Bewusstsein, das unsterblich sei.
  • Wir nehmen grundsätzlich an, dass wir alle in der glei- chen Welt leben, doch dem ist nicht so. Jeder Mensch sieht die Welt, die sich unseren Sinnen präsentiert, etwas anders. Nur die Welt des fundamentalen, ursprünglichen Bewusstseins jenseits der Sinneswahrnehmungen ist für alle gleich.
  • Man heilt sich selbst von der Unbewusstheit durch das Streben nach mehr Bewusstheit.
  • Hätte es kein Bewusstsein gegeben, bevor du geboren wurdest, hättest du nicht geboren werden können. Also ist Bewusstsein etwas, das du nicht selbst bist. Es lebte vorher, lebt jetzt und wird für immer leben. Es ist anfangslos und endlos.
  • Alle Aktivitäten des Menschen sind die Folge der verschiedenen Sinnesfunktionen und der daraus resul- tierenden Bewusstseinszustände. Wenn man dies alles beobachtet, gewinnt man vollständiges Verständnis seines eigenen Wesens und wird sich der eigenen Buddhanatur gewahr.
  • Ihr sitzt dort und wisst, dass ihr dort sitzt. Dieses Bewusstsein ist die Quelle der Weisheit. Es ist sehr schwierig, dies verstandesmässig zu erfassen, aber wenn ihr euch hinsetzt und alles aufgebt, habt ihr Zugang dazu.
  • Ein Bauer pflügt den Acker, ein Bankangestellter sitzt an der Rechenmaschine, ein Lehrer lehrt, ein Maler malt; das sind nicht viele verschiedene Handlungen; vom Standpunkt des universalen Bewusstseins ist es nur ein Tun.
  • Man kann die Vögel der Vorstellungswelt nicht daran hindern, in unser Bewusstsein zu kommen, um zu singen und zu zwitschern, aber man braucht nicht zu antworten.
  • Ihr seid mit allem möglichen beschäftigt und denkt, ihr hättet keine Zeit, eure ursprüngliche Weisheit zu suchen. Doch dazu braucht ihr keine Zeit. Setzt euch einfach hin, gebt alle diese weltlichen Angelegenheiten für eine Weile auf und kehrt zu eurem Bewusstsein zurück.
  • Beim Tod kehrt das Fleisch zur Erde zurück, das Blut zum Wasser, die Körperwärme zum Feuer, der Atem zur Luft. Das wissen wir recht genau. Aber wohin kehrt unser Bewusstsein zurück? Das wissen wir nicht so genau, nicht wahr?
  • Es gibt nur ein Bewusstsein im Universum. Es ist du, er, sie, ich. Es gibt nur einen Menschen, ihn grüsse ich und mit ihm esse ich, wenn ich mit Freunden zusammen bin. Ich sage und fühle, was alle fühlen. Mein Geist ist eins mit allen empfindenden Wesen.
  • So wie Weihrauch in die Kleider dringt, wenn wir uns eine gewisse Zeit in einer Kirche oder in einem Tempel aufhalten, so durchdringen unsere Taten den Geist und verleihen ihm einen bestimmten „Duft“. Dieser „Duft“ dringt zur innersten Bewusstseinsschicht vor und parfümiert die Samen, welche sich dort befinden. Diese parfümierten Samen tragen das Karma für die nächste Verkörperung.
  • Unser alltägliches Bewusstsein ist nicht das ursprüngliche Bewusstsein, sondern das Bewusstsein, das wir im Laufe unseres Lebens erworben haben. „Dahinter“ oder „darunter“ ist der ursprüngliche Geist.
  • Viele Leute setzen ihr Bewusstsein mit Gott gleich, aber Bewusstsein ist kein absolutes Wesen. Unser Bewusstsein entsteht zusammen mit dem Körper und ist deshalb nicht von der Materie getrennt.

Buddha

  • Buddhas Wohnstätte existiert nicht in der äusseren Welt. Jeder von euch ist eine Wohnstätte Buddhas.
  • Ein Mensch mag von Tür zu Tür mit Kartoffeln oder Eis hausieren, doch in seinem Wesen ist er Buddha.
  • Der Buddha hat nicht ausserhalb der Menschenwelt gelebt und soll auch nicht ausserhalb des eigenen Da­seins gesucht werden.
  • Jedermann ist Buddha, jedermann ist Gott. Es gibt kein Wasser, das für ein spezielles Gefäss geschaffen wurde; das Wasser ist in jedem Gefäss dasselbe.
  • Was der Buddhas als „rechte Sicht“ propagierte, ist vollkommenes Gewahrsein in diesem Augenblick und an diesem Ort, hier und jetzt.
  • Ihr braucht nichts zu tun, um Buddha zu werden; eure Urnatur ist Buddha.
  • Wir leben in einer Epoche des Pragmatismus und Nutzdenkens. Das ist eine Zeit des materiellen Realismus. Fast niemand kümmert sich um Gott oder Buddha. Wer davon spricht, gilt als verrückt. Doch das echte, ernst-hafte Menschenwesen kommt in solchen Zeiten zu kurz.
  • Kein einziger Mensch kann die Buddhanatur beeinflussen. Sie ist das einfache Reaktionssystem, das alles Leben hervorbringt.
  • Viele buddhistische Mönche starben auf spektakuläre Art und Weise, weil sie etwas Besonderes sein wollten. Der Buddha jedoch starb einen menschlichen Tod. Er hatte sehr starke Schmerzen und litt. Sein Tod war ein ausge-zeichneter Tod.
  • Um die Lehre Buddhas mit klarem Geist zu hören, muss man alle vorgefassten Meinungen wegschieben. Hört mit wachem, unvoreingenommenem Geist zu und vergleicht das, was ihr hört, nicht mit euren eigenen Vorstellungen!
  • „Unser Geist ist in seinem Ursprung Buddha“ ist kein Glaubensbekenntnis und keine Legende – es ist die Wahrheit.
  • Wenn der Geist der Menschen leuchtend klar und weise wird, kommt der Buddhismus in ihr Land. Wenn der Geist erstarrt und dunkel wird, verschwindet der Buddhismus wieder.
  • Setzt euch hin, sammelt die Kraft wie in einem elektrischen Blitz und stürzt euch in den Grossen Geist. Klebt euch keine Etikette an mit dem Wort „Ich“. Entfernt alle Anschriften! Übt dies jeden Tag. Dann wird etwas in euch wachsen, bis ihr eines Tages, ganz plötzlich, Buddha findet.
  • „Unser Geist ist in seinem Ursprung Buddha“ ist kein Glaubensbekenntnis und keine Legende – es ist die Wahrheit.
  • Es gibt keinen anderen anzustrebenden Ort oder Zustand, weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart noch in der Zukunft; es gibt nur das eine erleuchtete Bewusstsein. Das ist die Schlussfolgerung des Buddhismus.

Denken, Gedanken, Meinungen

  • Das Denken, das von morgens bis abends stattfindet, ist nicht unser eigenes Tun. Es ist die Aktivität des aus sich selbst heraus existierenden Soseins. In Wirklichkeit sind wir wundervolle Wesen.
  • Es ist nicht schwer, das Denken mit Hilfe von theoreti-schem Wissen umzukrempeln, aber sich von den täglichen seelischen Lasten, Ängsten und Sorgen zu befreien, das ist wirklich schwierig und kann ein Leben lang dauern. 
  • Die gegenwärtige Lebenslage ist das Resultat des Denkens und Handelns in der Vergangenheit, während vielen Zeitaltern, in vielen Verkörperungen. Sie ist kein Zufallsprodukt.
  • Man mag sagen: „Mein Gewissen führt mich, es zeigt mir, was zu tun ist und was nicht.“ Aber wie gehorsam folgt man dem Flüstern des Gewissens?
  • Etwas als gut oder böse zu betrachten, ist eine Gewohnheit des Denkens.
  • Wir müssen von morgens bis abends auf der Hut sein und uns selbst beobachten, damit wir nicht den eingefleischten Gewohnheiten des dualistischen, unterscheidenden Denkens unterliegen.
  • Wenn ihr es nicht lassen könnt, in Werten zu denken, denkt wenigstens, alles sei gut.
  • Solange wir die verschiedenen Konzepte von Gut und Böse nicht verstehen, gibt es keinen Frieden. Als den-kende Menschen müssen wir die fundamentalen Unterschiede in den menschlichen Ideologien erkennen, um unnütze Streitereien und Blutbäder zu verhindern.
  • Viele von uns akzeptieren alle Restriktionen von Autoritäten grundlos. Vielleicht zweifelt man ab und zu, aber man ist zu faul, um nachzudenken, also gehorcht man einfach.
  • Jeder Mensch ist in sein eigenes Denken verstrickt und mitten im weiten Universum in sich selbst gefangen. Durchschneidet die Stricke und ihr seid frei.
  • Die Theoretiker denken, es gebe hinter der phänomenalen Welt einen anderen Zustand und das sei das absolute Sein. Doch das reine Sein befindet sich nur jenseits des menschlichen Intellekts, nicht jenseits der Welt.
  • Wenn ihr über die Wahrheit nachdenkt, müsst ihr bis zum Ende des Denkens kommen. Solange ihr noch etwas denken könnt, seid ihr nicht am wahren Ende.
  • Denkt nicht bloss mit dem Gehirn! Benutzt den ganzen Körper zum Denken! Denkt vollkommen neutral. Das ist unser Weg.
  • Um der Welt zu entsagen, ist es nicht notwendig, das Geschäft oder die Familie aufzugeben; man soll bloss auf nutzlose Gedanken verzichten.
  • Es ist ein Unterschied, ob man die Bewegung der Gedanken willentlich anhält oder ob man im sich nicht bewegenden Geist ruht.
  • Zuerst bringt ihr euch mit euren Gedanken ins Gefängnis, und dann weigert ihr euch herauszukommen.
  • Rechte Sicht besteht darin, ohne vorgefasste Meinung an die Dinge heranzugehen.
  • Die meisten Menschen überdecken die Tatsachen ihres Lebens mit Gedanken und halten diese Gedanken für wahr.
  • Gedanken gehören zum Geist wie die Wellen zum Was-ser. Daher ist es ganz falsch zu meinen, man müsse die Gedanken ausrotten, um zum wahren Wesen des Geistes zu gelangen.
  • Einige Menschen denken, Reinheit bedeute, nicht zu rauchen, keinen Wein zu trinken, keinen Sex zu haben, aber zur Kirche zu gehen. Für mich bedeutet es, den eigenen Gedanken nicht zu glauben.
  • Bejahen und Verneinen gehören beide in den Bereich des Dualismus, einen Gedanken anzunehmen oder zurück- zuweisen ebenso.
  • In dem Augenblick, in welchem man frei von jeglichen Gedanken ist, kann man in das Mysterium des Universums spähen. 
  • Übernehmt nicht die Gedanken anderer Menschen. Egal, welche Form sie haben, es handelt sich nie um die Akti-vität eures Geistes, sondern um etwas, das im Geist eines anderen Menschen durch Worte geschaffen wurde.
  • Die Reaktionen auf die gegebenen Umstände übersetzen sich in Gedanken. Für einen unerleuchteten Menschen sind Gedanken wie Dämonen, hauptsächlich störend. Für einen wachen Menschen sind Gedanken wichtig.
  • Alle Gedanken sind wie Wellen der Meeresbrandung. Einige scheinen zu kichern und bilden kleine Schäumchen, andere sind zornig und verschlucken riesige Dampfschiffe. Aber alle bestehen sie aus Wasser, das früher oder später verdunstet.
  • Gedanken sind nichts anderes als das Echo der eigenen Reaktionen auf Sinnesimpulse oder auf die Erfahrung dieser Reaktionen.
  • Die meisten Menschen meinen, Wiedergeburt geschehe nach dem physischen Tod, aber sie findet in jedem Augenblick statt. Man wird auch in den Gedanken wiedergeboren. Doch solange man in Gedanken ver- körpert ist, hat man keine Chance, die Freiheit des Geistes zu realisieren.
  • Gedanken, Theorien und Vorstellungen sind Schleier, welche die Wirklichkeit umhüllen, weshalb wir diese nicht mehr sehen können.
  • Nicht Gedanken und Ideen sind ursprünglich rein, sondern unsere Natur, die Nicht-Ich ist.
  • Normalerweise kontrollieren die Menschen ihre Gedan-ken nicht; sie werden stattdessen von ihren Gedanken kontrolliert.
  • Wahre Transzendenz ist: Jemand denkt, aber er denkt keine Gedanken. Er benutzt Gedanken als Instrumente des Denkens, aber er denkt nicht. Mit einem anderen Bild ausgedrückt: Er benutzt Geld, Geld benutzt nicht ihn.
  • Der Rauch des Räucherstäbchens ist nicht Urnatur, es ist Rauch. Die Gedanken in unserem Gehirn sind ebenfalls Rauch. Haltet euch nicht beim Rauch auf, geht direkt zum Feuer und werdet Feuer! Das ganze Universum ist ein grosses Feuer.
  • Die Gedankenformen sind die Inhalte des Geistes, die wie Schwemmmaterial aus Eindrücken über die Sinne in den Geistesfluss gelangen. Sie befinden sich im Geist, aber sie sind nicht der reine Geist.
  • Wer versucht, die Wahrheit in der objektiven Existenz zu finden oder im eigenen Geist, indem er seine Gedanken erforscht oder seine Träume analysiert, haftet bloss an seinen Geistesinhalten und kann niemals Wahrheit finden.
  • Wir denken, unsere Gedanken würden von und in uns selbst erzeugt, losgelöst von der Aussenwelt, aber dem ist nicht so.
  • Denkt nicht, rechte Sicht sei in irgendwelchen Begriff zu finden, kein einziges Gedankenkonzept enthält die rechte Sicht.
  • Ja und Nein gehören zum menschlichen Denken. Aber das grosse Sein hat nichts mit dem menschlichen Denken zu tun. Es existiert vor der menschlichen Wahrnehmung, vor dem menschlichen Wort, vor dem menschlichen Denken.
  • Leidenschaft, Zorn und Unwissenheit sind primitive Ausdrucksformen des Denkvermögens, während Gebote, Meditation und Weisheit höher entwickelte Formen desselben Vermögens sind.
  • Wir leben unser Leben entsprechend unserem falschen Verständnis und geben diesen Vorstellungen Namen wie Sozialismus, Marxismus, Anarchismus, Realismus, Naturalismus, Egoismus, Buddhismus, Kommunismus usw. Überzeugungshaltungen sind immer sehr trocken und starr.
  • Ein ehrliche Mensch schiebt seine Zweifel nicht einfach weg, sondern denkt tief darüber nach. So gelangt er an den Grund des Konflikts und wird fertig damit.

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