Dukkha – Jenseits des Leidens

Dukkha – Jenseits des Leidens – Es ist üblich und vielleicht sogar notwendig, die Erklärung von Dukkha mit einer Entschuldigung Wort „Leiden” zu beginnen. Denn zu sagen, die Erste Edle Wahrheit sei „Das Leben ist Leiden”, ist nicht nur eine grobe Vereinfachung, sondern auch eine grundlegende Fehlinterpretation der Lehre Buddhas. Es vermittelt ein Bild von Nihilismus und Verzweiflung, was dem Sinn des Dharma total widerspricht.

Bevor der Buddha «Buddha» genannt wurde, lautete sein Name Siddhārtha Gautama. Er war der Sohn von Śuddhodana, dem Oberhaupt des Shakya Stamms, und Maya (Māyādevī), einer Koliya Prinzessin. Der Klan gehörte zur Kaste der Krieger (Kshatryia). Wie man sich gut vorstellen kann, war der Prinz Siddhārtha ein Leben in Wohlstand gewohnt.

Bis zum Alter von neunundzwanzig Jahren lebte er in königlichen Palästen und Gefilden, abgeschirmt von allen Bereichen der Existenz, die nicht in die royale Welt passten. Erst als er zusammen mit seinem Diener Channa einige heimliche Ausflüge in die nähere Umgebung unternahm, entdeckte er, dass die Welt mehr ist, als was er bisher von ihr kannte. Auf diesen Ausflügen erlebte er das, was wir die «Conditio humana» nennen, die Gegebenheiten der menschlichen Existenz.

Der Shakya Prinz sah zum ersten Mal Alter, Krankheit, Tod, Armut, Gewalt, Zorn, Hass, Eifersucht und alles, was das tägliche Leiden der Menschheit ausmacht. Mitten in einer Strasse bemerkte er auch einen Wandermönch, der grossen Frieden ausstrahlte und vom Chaos, das ihn umgab, unberührt zu sein schien. Diese Erfahrungen warfen ihn auf den Boden der Wirklichkeit der «Conditio humana» und weckten in ihm die Frage: «Was ist die Ursache dieses menschlichen Leidens und wie kann es überwunden werden?» Er gelobte, die universale Problematik von Leid und Elend zu studieren. Er gelobte, dem Problem und den Wurzeln des Problems auf den Grund zu gehen. Er gelobte, nicht zu ruhen, bis er eine Antwort gefunden habe. Er gelobte, eine Lösung dieses Problems zu finden und einen Weg zu erarbeiten, der es den Menschen ermöglichen sollte, die Lösung selbst zu realisieren.

Siddhārtha verliess das Leben in königlichem Prunk und verbrachte die nächsten sechs Jahre als Asket. Im Alter von fünfunddreissig Jahren erlebte er in der Nacht auf den achten Tag des zwölften Monats Erleuchtung, das endgültige Erwachen der transzendenten Weisheit. Er fand die Antwort auf seine Fragen in sich selbst. Er «sah» das menschliche Elend als das, was es wirklich ist, und nannte es Dukkha. Er sah die Ursache von Dukkha, das Beenden von Dukkha, und den Weg zum Beenden von Dukkha. Er nannte seine Einsicht Die Vier Edlen Wahrheiten. Siddhārtha, der 35-jährige Kronprinz des Shakya Stammes, existierte nicht mehr; der Buddha, der Tathā- gata, nahm seinen Platz ein. Dieses erleuchtete menschliche Wesen, dieser vollendete Mensch, verbrachte den Rest seines Lebens damit, die Früchte seiner Erkenntnis anderen Men- schen zu übermitteln. Er versprach seinen Anhängern nichts anderes, als dass sie dieselbe Erfahrung machen könnten wie er, wenn sie ihre geistigen Hausaufgaben gewissenhaft ausführten bzw. seine Ausführungen selbst in die Tat umsetzten. Im Buch Form ist Leere ist Form habe ich die Vier Edlen Wahrheiten ausführlich dargelegt.

Der «Weg zur Befreiung von Dukkha» bekam den Namen Der Edle Achtfache Pfad und ist das Thema des vorliegenden Buches. Vielmehr jedoch ist es das Thema aller Menschen, die die Absicht haben, sich von den Fesseln von Samsāra, dem Zyklus von Geburt und Tod, zu befreien. Der Edle Achtfache Pfad Befreiung vom Samsara

Weiterlesen:

Lasst uns Dukkha stattdessen nicht als ein zu definierendes philosophisches Problem betrachten, sondern als eine lebendige Realität, die direkt erfahren und verstanden werden soll. Der Buddha war kein Dichter, der die conditio humana beklagte; er war ein Diagnostiker, ein Arzt, der auf ein universelles Symptom hinwies, damit eine Heilung gefunden werden konnte. Lassen Sie uns näher auf Dukkha eingehen.

Dukkha – Jenseits des Leidens

Dukkha – Jenseits des Leidens

Nach oben scrollen