Was es braucht in dieser Welt

Wir kommen hier regelmässig zusammen, um den Geist zu schulen und das Dharma zu praktizieren. Es wäre leicht, zu denken, wir tun das nur für unseren eigenen inneren Frieden. Doch dem ist nicht so. Wir befinden uns nie in einer isolierten Blase. Wir sind Teil der Welt, nicht ausserhalb von ihr. Nichts ist getrennt – jeder unserer Gedanken, jede unserer Handlungen webt sich in das Gewebe der gesamten Menschheit ein (Lehre des bedingten Entstehens ). Wir sind individuell und kollektiv Mitgestalter dieses Lebens und mitverantwortlich für das Wohl und Weh aller Lebewesen.

Umso wichtiger ist es, dass unsere Praxis Früchte trägt, die man sehen und spüren kann. Dass sie uns verwandelt in Menschen, die dieser Welt etwas geben können, statt sie nur zu konsumieren. Möge dieses Bewusstsein unser Wegbegleiter sein – und uns formen zu dem, was diese Welt so dringend braucht:

Was es braucht in dieser Welt

Was es braucht in dieser Welt, sind …

Menschen, die:
auf beiden Beinen stehen,
nicht in den eigenen und kollektiven Gemütswirren untergehen,
gewahr des Himmels und der Erde und allem, was da kreucht und fleucht.

Menschen, die es verstehen, ihren Geist zu klären,
sich nicht an der Nase herumführen lassen,
weder vom eigenen Dünkel noch vom Dünkel anderer.

Menschen, die einen Kompass haben,
ihr Boot selber steuern,
fernab vom Fahrwasser der zahllosen Meinungen anderer
ihrer eigenen Strömung folgend.

Menschen, die nicht immer nur an sich selbst denken,
Helfen nicht mit Sich-Einmischen verwechseln
und so allen Wesen behilflich sein können.

Menschen, die um die Flüchtigkeit ihres Lebens wissen,
wenn nötig «ja» sagen können oder «nein»
und den Wert des Schweigens kennen.

Menschen, die auch wenn sie stolpern oder fallen,
immer wieder aufstehen,
sich den Schmutz von den Kleidern wischen und …
gelassen weitergehen.

Gerade solche Menschen sind das Fundament für den Herzenswunsch aller Zeiten: Mögen alle Lebewesen glücklich sein!“

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