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Amazon (nur Sokei-an's Weisheit und
Form ist... Leere ...ist Form)

MAN SIEHT NUR IN DIE STILLE KLAR

Agetsu Wydler Haduch

msnidstk

Preis: 14.00 CHF/€

Zentrum für Zen-Buddhismus
Schaffhauserstr. 476 B
CH - 8052 Zürich
www.zzbzurich.ch

Inhalt

  • Einleitung
  • Wer war Sokei-an?
  • Liebe und Weisheit
  • Gedankenhäuser
  • Der wirkliche Buddha
  • Die Buddha-Natur
  • Was ist Zen?
  • Wirklichkeit - Weisheit - Erleuchtung
  • Bewusstsein
  • Die Kraft des intuitiven Wissens
  • Selbstvertrauen
  • Sicht in das eigene Urwesen
  • Der leere Geist
  • Die Religion der Stille
  • Nicht-Denken
  • Meditation
  • Nirvãna
  • Richtige Sicht
  • Samãdhi
  • Ohne Absicht, ohne Zweck
  • Koan
  • Leben und Tod
  • Mut zum Zweifel
  • Glaube
  • Die drei Aspekte des Seins
  • Wer meditiert?
  • Schlussfolgerung
  • Anmerkungen

Einleitung

Was Meister Sokei-an sagte, war nichts Neues - es wurde und wird seit Tausenden von Jahren gesagt. Aber wann, wo und wie er es sagte, war neu. Vor ihm hatte sich noch nie ein Zen-Meister in der westlichen Welt niedergelassen, nie zuvor wurden die einschlägigen Texte des Zen-Buddhismus in die englische Sprache übersetzt und in dieser Sprache erklärt. Und nie zuvor hatten Frauen und Männer der westlichen Welt die Gelegenheit gehabt, Unterweisung mit der Methodik der Rinzai-Zen-Schule zum Erwecken der eigenen Weisheit in der direkten Begegnung mit einem authentischen Meister zu empfangen, ohne lange Reisen in den Fernen Osten unternehmen zu müssen.

Aber nicht nur das, Sokei-an war auch ein Pionier in der Art und Weise, wie er Zen lehrte. Er hielt nichts davon, mit der Praxis der Zen-Meditation auch die japanische Zen-Kultur in Amerika einzuführen, welche geprägt war durch ein striktes, klösterliches Leben. Ihm lag einzig und allein daran, dass seine Schülerinnen und Schüler zu ihrer eigenen wahren Identität finden und dieser ganz persönlichen Ausdruck verleihen konnten. Er wollte kein System, keine Religion, keinen 'Weg' vermitteln, sondern immer und überall nur das Herz der unfassbaren, allumfassenden Wirklichkeit freilegen. Entsprechend sprach und handelte er frei und spontan aus seinem eigenen Herzen heraus. Dasselbe verlangte er auch von seinen Schülern und Schülerinnen.

Er sagte, jeder Mensch sei im Besitze eines Diamanten. Man müsse diesen aber zuerst entdecken, von allen Ablagerungen befreien und ihn dann, Facette um Facette, polieren, bis er seine vollständige Leuchtkraft manifestiert. Dieser Diamant meint den eigenen Geist, den jeder Mensch sozusagen als geistiges Startkapital in die Wiege mitbekommen hat. Wie der einzelne Mensch diese Gabe nutzt, ist seine Angelegenheit; Sokei-an offerierte keine Formeln, keine Rituale, keine Lehrsystem.

Eine Auswahl von Ansprachen und Lektionen, die Sokei-an während seiner Lehrtätigkeit von 1932 bis 1945 in New York gehalten hatte, erschien erstmals in deutscher Sprache in den Büchern Sokei-ans' übertragung des Zen, Der Zen-Weg zur Befreiung des Geistes und Der Sechste Patriarch kommt nach Manhattan. Alle drei Bücher sind seit Jahren im Buchhandel vergriffen, und deshalb scheint es an der Zeit, wenigsten einen Teil seines Erbes der deutschsprachigen Leserschaft wieder zugänglich zu machen. Der Inhalt des vorliegenden Buches enthält überarbeitete Auszüge aus den vergriffenen Büchern sowie einige Neu übersetzungen. Die Vorlage für alle übersetzungen waren die Auf zeichnungen, welche das First Zen Institute of America in seinem monatlich erscheinenden Blatt Zen Notes publiziert hatte. Einige Texte entstammten dem Band Cat's Yawn, welches im Jahr 1949 in sehr keiner Auflage für Sokei-ans Schüler zusammengestellt worden war.

Seit Sokei-an die Vorträge gehalten hatte, sind über sechzig Jahre verstrichen. Eine äusserst kurze Zeit, wenn man die rund 1500-jährige Geschichte der Verbreitung des Zen-Buddhismus in der Welt berücksichtigt, eine lange Zeit, wenn man betrachtet, wie rasant sich seither Zen und Buddhismus in der westlichen Welt angesiedelt haben. Es gibt heutzutage kaum eine grössere Stadt, in der es nicht mindestens eine Zen - und andere Meditationsgruppen gibt; das Angebot an Literatur ist fast unüberschaubar und in gedruckter Form oder im virtuellen Netz zugänglich. Doch für viele besteht eine mehr oder weniger deutlich wahrgenommene Kluft zwischen dem 'fremden', 'östlichen' 'buddhistischen' Zen und dem Alltag hier in der westlichen Welt. Die Beschäftigung mit Sokei-ans Darlegungen können eine grosse Hilfe sein, diese Kluft zu überwinden, denn sie waren an Menschen gerichtet, die nichts oder sehr wenig vom Buddhismus wussten. Zen ist im Buddhismus entstanden und es ist deshalb wichtig, dass auch moderne Menschen etwas von diesen Wurzeln wissen und verstehen. Andernfalls gibt es viele Missverständnisse und falsche Erwartungen.

Sokei-an verstand es, das Zen in seiner buddhistischen Kleidung zu zeigen und gleichzeitig diese Kleidung vor den Augen seiner Zuhörerschaft zu entfernen und die Essenz freizulegen. Er entfernte aber nicht nur die buddhistischen Hüllen, sondern auch alle kulturellen, historischen, gesellschaftspolitischen, religiösen und persönlichen. Am Ende entfernte er auch alle Ideen und Vorstellungen von Zen. Er sprach mit der klaren Absicht und Verpflichtung eines Zen-Meisters, die Menschen, die danach fragen, zur klaren Sicht in das grundlegende Bewusstsein zu führen, das im Herzen, Verstand und Geist aller Menschen wirksam ist. Jenseits von jedem '-ismus', jenseits von jeder '-ologie', jenseits von Ost und West.

Die einzelnen Kapitel sind folgendermassen strukturiert: Zuerst wird das Kernthema der Abhandlung vorgestellt, dann folgt die Abhandlung selbst. Den Schluss bilden passende Zitate aus anderen Vorträgen Sokei-ans. Die Themen entwickeln sich nicht chronologisch eines aus dem anderen, sondern greifen vielfältig ineinander über. Hinter dieser Struktur steht der Wunsch, dass das Buch als eine Art Manual benutzt werden kann, zu dem man immer wieder zurückkehrt. Es ist keine leichte Kost, sondern kräftige, geistige Nahrung. Die meisten Zitate könnten als Einstieg in die eigene Meditation benutzt werden, indem man sie als Meditationsobjekt 'betrachtet', 'durchdenkt' und 'durchdringt' bis man ihren Wahrheitsgehalt erfasst. Die Stille, die sich dann einstellt, nannte Sokei-an 'die lebendige Stille jenseits aller gedanklichen Aktivität'. In dieser Stille ohne störende Gedanken offenbart der Geist seine naturgegebene, ursprüngliche Klarheit.

Es ist das grosse Verdienst von Sokei-ans Schülern Henry Platov (1904-1990) und Mary Farkas (1910-1992) dass uns seine Worte erhalten blieben. Beide haben sich mit grossem Einsatz und Kreativität dem Schutz und der übermittlung von Sokei-ans Erbe gewidmet - Mary Farkas durch die Veröffentlichung der Lektionen in den Zen Notes, Henry Platov durch sein Wirken als Zen-Meister in Kalifornien und in der Schweiz. In Dankbarkeit lege ich meine Hände zusammen und verbeuge mich vor ihnen und allen anderen Menschen, die mit ihrem eigenen Leben Zeugnis ablegten und noch ablegen von der namenlosen Weisheit und Liebe, die alles Leben durchdringt und ernährt.

Grosser Dank gebührt auch meinem Ehemann und Partner Robert Yozan Wydler Haduch. Er hat alles getan, um das Erscheinen dieses Buches zu ermöglichen - angefangen bei der Ermutigung, es überhaupt zu wagen, bis zur der Gestaltung des Umschlags und zur tätigen Entlastung im Haushalt und in der Leitung unseres Zentrums. Bettina Myoshin Gasser danke ich von Herzen für die sorgfältige Durchsicht das Manuskripts und Jürgen Tapprich für das Fotographieren der Holzfigur, die auf dem Buchdeckel abgebildet ist.

Agetsu Wydler Haduch Zürich, im November 2005

Liebe und Weisheit

Wir leben in einem Zeitalter, in dem man die Zivilisationen von West und Ost beide kennen lernen und verstehen sollte, obwohl sie sich stark von einander unterscheiden. Die Menschen des Westens sollten etwas vom Buddhismus verstehen, und die Menschen des Ostens etwas vom Christentum. Man sollte das Studium der Religionen aber nicht mit der voreingenommen Haltung eines östlich bzw. westlich eingestellten Menschen betreiben, sondern mit der Sicht und Geisteshaltung eines Weltbürgers, eines universalen Wesens.

Seit sechsundzwanzig Jahren lebe ich, von einigen Unterbrüchen abgesehen, hier in Amerika. Als ich zum ersten Mal kam, war ich 24 Jahre alt. Während all dieser Jahre beobachtete ich das Herz und das Leben der Menschen um mich herum. Ich verglich östliche und westliche Philosophie, Urbuddhismus und griechische Philosophie und lernte viele Vertreter der christlichen Religion kennen. Doch es war mir lange nicht möglich, die Religionen von Ost und West zu vereinen. Dann endlich fand ich den Schlüssel, der mir das Tor zu beiden öffnete. Er trägt die zwei Namen Liebe und Weisheit.

Ein altes Sprichwort besagt, dass man die Jade eines bestimmten Berges nur mit der Jade eines anderen Berges polieren kann. In der Tat kann Jade nur mit Jade poliert werden, doch niemals mit der Jade desselben Berges, es muss die Jade eines anderen Berges sein. Buddhismus und Christentum sind wie zwei wertvolle Edelsteine, die sich gegenseitig ergänzen und zum Glänzen bringen. Auf Grund meiner 30-jährigen Erfahrung und Beobachtung bin ich überzeugt, dass die westlichen Menschen, die sich mit dem Buddhismus befassen, sich gleichzeitig den Werten des Christentum öffnen sollten, und den Buddhisten könnte das Studium des Christentums die Augen für die wahre Tiefe ihrer eigenen Religion öffnen.

Ich versuche nicht, Christen zum Buddhismus zu bekehren, aber ich hoffe, dass die Jade des Buddhismus mehr und mehr dazu benutzt wird, die Jade des Christentum zu polieren. Als Zen-Lehrer ist es mein Beruf, Menschen mit der Methode des Zen-Buddhismus zur lebendigen Erfahrung ihres eigenen ursprünglichen Herzens zu führen. Es gibt viele Arten von Zen-Lehrern. Manche lehren Zen durch philosophische Vorträge, andere durch sog. Meditation und wieder andere durch die übertragung von Seele zu Seele6. Meine Art des Lehrens ist die direkte übertragung von Seele zu Seele. Seit Buddha wurde das Dharma von Seele zu Seele, von Auge zu Auge übertragen, indem man zusammen lebte und sprach. Ich erlangte etwas Klarsicht, indem ich meinem Lehrer folgte, welcher seine Klarsicht auf mich übertrug. Mit dieser Erfahrung als Hintergrund denke ich in meinem täglichen Leben viel über das Dharma nach, um von dort her meine Entscheidungen zu treffen. In meinen Vorträgen spreche ich deshalb nicht nur über meine Zen-Erfahrung sondern auch über dieses Denken.

Buddhismus ist diejenige Religion, die von Shakyamuni Buddha gelebt und gelehrt wurde. Buddhas Manifestation seiner eigenen Erkenntnis war weder mythologisch noch symbolisch, sondern direkt und intuitiv. Wenn ihr euch mit dieser Religion befasst, werdet ihr bald erkennen, dass sie weder naturwissenschaftlichen noch metaphysischen Weltanschauungen widerspricht. Der Buddhismus kann sowohl an Hand der modernen Naturwissenschaften als auch der moderner Philosophie dargelegt werden.

Die vorbuddhistische Religion der Inder und auch der frühe Hinayana-Buddhismus verfolgten das Ziel, alles Interesse am Leben aufzugeben, um in das Absolute einzutreten. Das menschliche Leben galt als elend und man versuchte, sich ganz daraus zurückzuziehen. Zwischenmenschliche Liebe war kein Gegenstand dieser Lehren. Das entsprach natürlich nicht der Absicht von Shakyamuni Buddha, denn am Beispiel vieler überlieferten Geschichten kann man sehen, wie liebevoll und freundlich dieser war und welch hohen Stellenwert er Mitleid und Mitgefühl einräumte. Aber unter seinen späteren Anhängern, besonders unter den Mönchen stand weder solch tiefes Mitgefühl noch das Konzept zwischenmenschlicher Liebe im Vordergrund. Jene Buddhisten betonten Nirvãna so stark, dass sie die Mitmenschen und die Liebe darob vergassen. Im später entstandenen Mahayana-Buddhismus wurde diese Einseitigkeit etwas korrigiert; Mahãmaitri (grosse Güte) und Mahãprajãa (grosse Weisheit) sind die zwei Haupttugenden auf dem Weg, der zur höchsten Erkenntnis und der vollständigen Befreiung führt (Bodhisattva-Weg). Doch es war Jesus Christus, der die Nächstenliebe in ihrer höchsten Vollendung zum Ausdruck brachte.

Nachdem ich nun so viele Jahre in der westlichen Hemisphäre gelebt habe, bin ich überzeugt, dass dieser christliche Wesenszug noch immer in euren Adern und in eurem Gesellschaftsleben lebendig ist, auch wenn die Kirchen ihn möglicherweise vergessen haben. Selbst wenn die Menschen sich gegenseitig bekämpfen, ist das, was ihr Leben trägt, letztlich Liebe. Liebe ist eine natürliche Kraft. Niemand kann Liebe erfinden, niemand kann sie durch seine eigene Willenskraft fälschen. Liebe ist nicht egoistisch, denn Egoismus kennt keine Liebe. Egoismus enthält Begehren. Begehren erzeugt menschliche Liebe und menschlichen Hass, aber keine wahre Liebe.

Die Lehre des Buddhas betont die Weisheit mehr als die Liebe. Auch Weisheit ist eine natürlich Kraft, niemand kann sie mit Willenskraft erzeugen. Das Gewahrsein der eigenen Existenz, das Wissen um die eigene Buddha-Natur ist im Buddhismus zentral. Buddha sagte, das Wichtigste für einen Menschen sei es, seine Kraft der Weisheit zu benutzen, welche ihm Nirvãna offenbart. Nirvãna ist das vollständige Erlöschen jeglicher Gedankenaktivität und Ichhaftigkeit in der Leere des universalen Geistes.

Es freut mich, dass ich heutzutage in der Lage bin, diese zwei wunderbaren Lehren des Westens und Ostens zu verstehen. Denn beide haben die gleiche Basis, beide sprechen vom universalen Geist, welcher Nicht-Ich ist. Der Zustand, in welchem kein Ich existiert, wird in den zwei Religionen verschieden benannt, aber es ist dasselbe Prinzip. Liebe und Weisheit sind beide Ausdruck des einen Geistes. Ichlosigkeit zerstört die Person nicht, im Gegenteil: Sie ist die Grundlage des Lebens schlechthin. Dasselbe gilt für die Liebe. Das Christentum ist die Religion der Liebe, der Buddhismus die Religion der Weisheit. Weisheit ohne Liebe ist ein Schwert, das zerstören, aber nichts schaffen kann. Liebe ohne Weisheit ist ein Feuer, das alles verbrennt, ohne Leben zu geben. Liebe und Weisheit sind eins. Liebe, die nicht aus der Ichlosigkeit kommt, ist parteiisch. Nur Liebe, die aus der Leerheit von Nicht-Ich kommt, ist die Liebe des reinen Wesens. Lange Zeit habe ich das Geheimnis dieser Gemeinsamkeit nicht entdeckt. Doch mit dem Verstehen dass 'Liebe' und 'Weisheit' die eine Essenz von beiden ist, vereinigen sich die Lehren von Christus und Buddha vollständig. Ich fühle, dass meine Mission nach langer Zeit erfüllt ist, weil ich diesen Schlüssel gefunden habe.

Diejenigen, die dem menschlichen Denken keinen Wert beimessen, mögen diese Entdeckung für unbedeutend halten. Wer bloss darauf aus ist, Geld zu verdienen oder sich viel Macht anzueignen, legt wenig Wert auf geistige Belange. Doch wir Menschen sind denkende Wesen, wir leben in Gedanken. Das Denkvermögen ist der einzige Schatz des Menschen. Deshalb freut es mich, dass ich die Gelegenheit habe, euch denkenden Menschen meine Entdeckung bekannt zu machen: Das Leben in Ost und West basiert auf der selben Quelle; ihr nennt sie Liebe, wir nennen sie Weisheit. Beides ist ohne Ich. Die Weisheit, durch welche wir sehen, hören, verstehen, und die Liebe, durch welche wir uns begegnen und vereinigen, sind die zwei Aspekte der einen Lebenskraft. Beide zusammen geben uns den Mut, um das Leben zu kämpfen und es in seiner ganzen Fülle anzunehmen und zu leben.

Den einzigen Schlüssel zur erlebten Einheit mit dem Universum gibt uns die Quelle von Liebe und Weisheit. Man nennt es gewöhnlich 'Religion'.

In Tokio kannte ich einmal einen Papagei, welcher alle Leute, die an seinem Käfig vorbeigingen, mit 'Hello, hello' begrüsste. Es war offenbar ein amerikanischer Papagei. Ich antwortete: 'Hello dear', doch der Papagei verstand nicht. So ist es, wenn gewisse Leute über Religion sprechen.

Wenn das, was überliefert wurde, zur Formel wird, stirbt es.

Menschen, die nur mit dem Mund über Religion reden, kennen ihr eigenes religiöses Wesen nicht; also kleben sie an den verschiedenen Namen und töten sich sogar gegenseitig um dieser Namen willen.

Im Grunde brauchen wir keine religiösen Gebote, denn unsere wahre Natur ist Weisheit und Liebe. Die will weder töten noch stehlen. Wenn man in Harmonie mit der eigenen Natur lebt, folgt man den Geboten der Religion von selbst.

Jeder Mensch muss die in seinem eigenen Herzen und Geist geschriebenen Gebote finden. Er braucht keine Priester dafür.

Die Menschen sind wie Waisenkinder, die ihr Zuhause nicht kennen, und deshalb danach fragen und suchen.

Natürlich werden auch im Buddhismus Tempel gebaut und Symbole aufgestellt - doch die wahre Religion ist nicht dort, wahre Religion ist eine innere Haltung.